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Clara Fey: Was hat sie uns als ihr Erbe hinterlassen?

Foto: Michael Lejeune
Messe anlässlich des 200. Geburtstages der Clara Fey
Foto: Michael Lejeune

Mit der Feier eines Geburtstages geht oft die Frage nach dem Wohlbefinden einher: „Herzlichen Glückwunsch und wie geht es dir?…“. Allerdings, bei einem 200. Geburtstag, wie die Schwestern vom armen Kinde Jesus den ihrer Ordensgründerin Clara Fey jetzt gefeiert haben, stellt sich diese Frage etwas anders. Nicht das Befinden der zu feiernden Person, sondern die Befindlichkeit ihres Werkes, ihrer Idee; das was sie als Erbe hinterlassen hat, steht im Vordergrund.

Weihbischof Dr. Johannes Büntgens ging in seiner Festpredigt am Geburtstag Claras, dem 11. April, im Kloster in Burtscheid dieser Frage nach. Auf den Punkt gebracht lautet ihr Erbe so: der Armut mit Barmherzigkeit begegnen. Clara Fey hat die Schwesterngemeinschaft gegründet, um den Verlierern der Industrialisierung, den verwahrlosten Kindern, den besonders Armen ihrer Zeit, eine lebenswerte Perspektive zu geben. Barmherzigkeit verstand sie nicht, als die besondere Großzügigkeit der Bessergestellten den Armen gegenüber, sondern Clara wollte den Kindern zurück geben, worauf sie ein Anrecht hatten, nämlich Bildung, Geborgenheit und Nahrung. Da wo es gelingt, dass das Leben der Kinder in ihrer Liebenswürdigkeit aufgehoben wird, da ist etwas zu spüren von dem „Licht Gottes“ und der Bischof pointiert: Da spiegelt sich der „Glanz“ Gottes.

Also nicht fromme Sprüche haben Clara geleitet, sondern die Erkenntnis der Armut in ihrer Zeit sowie ihr starker Wille, dagegen etwas zu tun. Bis heute ist dies das Erbe, nach dem gefragt wird: die Sorge ums arme Kind und wie die Schwestern mit dieser Sorge umgehen. Besonders in den Ländern Lateinamerika und Asien investieren die Schwestern viel Kraft in die armen Kinder, um ihnen zu ihrem Recht zu verhelfen und ihnen menschliche Wärme zu schenken. So wird es auch in Zukunft mit den Schwestern vom armen Kinde Jesus weitergehen, denn ihre Sorge gilt weiter den vernachlässigten Kindern die selbst in einer Wohlstandsgesellschaft wie der deutschen noch zu finden sind.

Im Anschluss an den Gottesdienst überreichte während eines kleinen Festaktes die Oberin der deutschen Region, Sr. Maria Virginia den Gästen eine Festschrift (40 Seiten), die Einblicke gewährt in das markante Wirken Clara Feys und dem Werk ihrer Gemeinschaft. Zu erwerben ist die Schrift im Generalat auf der Jakobstrasse 19 sowie im Kloster Burtscheid Michaelsbergstraße 38-40.

Quelle: Aachener Zeitung 16. April 2015